auf Wunsch veröffentliche ich mein BMW Autohaus nochmal in unserem eigenen Forum. Im Gegensatz zum Originalbeitrag im Stummiforum gehe ich hier mehr auf die kreativen Lösungen ein, zu denen mich die MobaLedLib gebracht hat. Alle Themen rund um die Restauration überlasse ich weitestgehend dem Beitrag im Stummiforum. Hier soll eine Ideensammlung entstehen, aus der sich der ein oder andere bei der Umsetzung seiner Projekte bedienen kann. Ich werde mir Mühe geben, alle relevanten Themen zu verlinken und den Beitrag ggf. zu überarbeiten bzw. zu ergänzen.
MLL-Themen, die in diesem Projekt stecken:
- Parallelschaltung mehrerer WS2811 (Klonen)
- Parallelschaltung zweier LEDs an einem WS2811-Ausgang (Leuchtstoffröhren, die aus je 2 gleichzeitig zündenden LEDs bestehen)
- Montage der WS2811 auf Streifenplatine
- Abschirmung und Lichtaustritt
- Nutzung der zusätzlichen 12 Volt im Gebäude
- Nutzung von PNP Transistor und Relais
- Lichtboxen im 3D-Druck
- Beleuchtung bewegter Teile (direkt und indirekt)
Zustand 5 - stark bespielt mit Abbrüchen
Vergilbt, verschmiert und unvollständig
Der erste Schritt war die Abschirmung der Wände
Um die weißen Wände vor durchscheinendem Licht zu schützen, wurden beide Gebäude zunächst entkernt, um sie auf der Innenseite mit schwarzem Lack lichtundurchlässig zu machen. Im Nachgang wurden die Wände dann von innen und außen mit zwei Schichten weiß gesprüht, um das Schwarz und die Kleberspuren zu überdecken.
Vorbereitung für den beleuchteten Schauraum mit schwarzem Lack
Mit zwei Schichten weiß ist von der Maßnahme nichts mehr zu sehen.
Das selbe Verfahren wird im Schauraum angewandt.
Auch hier macht der weiße Lack die Maßnahme unsichtbar.
Der nächste Schritt war die Beleuchtung des Hauptgebäudes
Die Leuchtreklame des Haupthauses wollte ich dem Vorbild entsprechend mit 6 Neonröhren beleuchten. Da aber sechs LEDs für die Länge von 124mm zu wenig sind, habe ich mich für zwölf LEDs entschieden, wobei immer zwei benachbarte gemeinsam schalten sollen. Softwareseitig ist die gemeinsame Schaltung zweier LEDs für ein und dieselbe Neonröhre nicht einfach, hardwareseitig gibt es jedoch drei einfache Wege.
- Weg 1: Eine Reihenschaltung zweier weißer LEDs am WS2811 mit 12V Versorgungsspannung.
- Weg 2: Eine Parallelschaltung zweier weißer LEDs bei jeweils halbiertem Strom (9mA), dafür aber 5V Versorgungsspannung.
- Weg 3: Vier statt zwei WS2811, jedoch zwei davon jeweils Parallel (hier erklärt)
Die breite Lichtbox für zwölf PLCC2 LEDs mit Aluklebeband
Zwölf LEDs an nur zwei WS2811 - die Parallelschaltung macht's möglich
Homogenes und gleichmäßiges Licht - auch beim "Zünden"
Für die Zimmerbeleuchtung im Haupthaus wurde dann aber auf das Klonen eines WS2811 zurückgegriffen. Rechts im Bild sieht man sechs WS2811 auf einer Platine. Etwas darüber sitzt ein einzelner WS2811 parallel. Er klont den dritten WS2811 auf der Sechserplatine und dupliziert somit drei einzelne LEDs. Diese beleuchten dann zusammen die beiden Eckzimmer und das Treppenhaus mit dreimal zwei LEDs. Im belebten Haus sind nur drei einzelne Räume definiert. Den Rest übernimmt der Klon.
Dank der farbigen Einzel-Litzen lassen sich solche Geschichten unglaublich gut zuordnen.
Die Lichtboxen sitzen direkt auf den Plexiglas-Scheiben und sind nur minimal größer als der Lichtaustritt. Das verhindert ein Durchscheinen durch die Wand, die aber in diesem Fall bedingt durch den Schauraum im Erdgeschoss sowieso schwarz lackiert wurde. Für die Eckzimmer wurden die Lichtboxen wie im Wiki beschrieben um 45° abgeschrägt.
Beleuchtung des Ausstellungsraums
Für den Ausstellungsraum hatte ich mir vier Elemente vorgenommen:
- Gleichmäßige Beleuchtung über zusätzliche Deckenstrahler
- Effektbeleuchtung (hellblau) über die zwei Original Einbaustrahler des Gebäudes
- Beleuchtung des rotierenden Servicebanners im Schauraum
- Beleuchtung der rotierenden Außenreklame
Links: Ein Spezial-Halter für LEDs; rechts: Deckenbeleuchtung
Der Programm Generator sieht nur die hinteren beiden WS2811
Die drei Drahtbrücken für VCC, Data In und GND
Ab Werk verfügt der Ausstellungsraum über einen rotierenden Servicebanner. Das ist quasi ein Abfallprodukt, weil der Faller Motor eine durchgehende Antriebsachse hat, die auf beiden Seiten aus dem Motor heraus kommt. Grund genug, das Ding zu beleuchten. Verwendet wurde eine SMD LED vom Typ 5730. Die ist nur 0,9mm hoch und hat eine riesige Abstrahlfläche.
Die LED bringt die weiße Scheibe zum Leuchten
Die induktive Stromübertragung
Den wirklich krönenden Abschluss der Sanierung bildet sprichwörtlich die induktive Beleuchtung der Außenreklame. Hier muss ich einen kleinen Ausflug zurück ins Jahr 1990 machen. Als ich dieses Gebäude mit 16 Jahren baute, wollte ich unbedingt etwas Ähnliches auf der Modellbahn nachbilden, wie den rotierenden Mercedes-Stern am Kasseler Stern, an dem ich jeden Morgen auf dem Weg zur Schule vorbeifuhr. Also bohrte ich mittig ein Loch ins Dach und befestigte eine Hülse zur Aufnahme einer Werbetafel. Während der Sanierung kam mir dann der Gedanke: Das muss sich doch beleuchten lassen...
Eher zufällig stolperte ich beim Ali-Stöbern über eine Induktionsspule zum Beleuchten von LEDs. Leider waren die angebotenen Spulen nicht im passenden Durchmesser erhältlich. Dieser war nämlich durch den Antrieb und die Größe der abgehängten Decke vorgegeben. Also bestellte ich mir noch ein paar Meter Kupferlackdraht in 0,5mm Stärke, konstruierte eine Aufnahme dafür und klebte die drei Meter Kupferlackdraht also Windung für Windung mit Sekundenkleber in die gedruckte Lampenfassung.
Leider nicht im richtigen Durchmesser, also Handarbeit
Trotz beengter Verhältnisse findet alles Platz
Der erste Test mit zwei frei platzierten LEDs
Leider entpuppte sich die 5 Volt Induktionsschaltung als zu schwach. Selbst die 12 Volt Variante hat einen sehr begrenzen Aktionsradius, aber eben etwas besser. Um die gelieferte Schaltung also mit Strom zu versorgen, war einerseits ein 12 Volt Anschluss nötig und etwas zum Verstärken der 18mA, die unser WS2811 so liefert. Mein erster Gedanke war natürlich ein Relais. Doch wer mich kennt, der weiß, dass ich es lieber geräuschlos habe. Also machte ich einen Testaufbau mit einem BC327-25, meinem Lieblingsverstärker. Der Vorteil dieser Lösung: Im Gegensatz zum Relais kennt der Transistor nicht nur die Schaltzustände 1 und 0, sondern in 256 Stufen auch alles, was dazwischen liegt. So konnte ich die LEDs als Leuchtstoffröhre programmieren. Das kleine Relais, das ihr neben dem Transistor möglicherweise identifiziert habt, schaltet die 16 Volt Wechselstrom für den Faller Bastelmotor.

