die meisten unter euch kennen meine Burg Falkenstein. Ich baue seit Dezember 2021 daran und es gibt immer wieder mal neue Ideen. Heute präsentiere ich euch eine Lösung, die in der Form meines Wissens noch nie umgesetzt wurde.
Starten wir mit ein bisschen Einleitung. Die Burg sollte von Anfang an ein zentraler Blickfang sein. Schnell war uns klar, dass es nicht ohne bunte Burgmauer gehen wird. Doch auch Feuer sollte eine Rolle spielen. Es ist sogar geplant, dass ein Fahrzeug die Burg eines Tages beliefert.
Um die RGB Beleuchtung besser zur Geltung zu bringen, wurde dem ursprünglichen Ocker-Ton des Gemäuers beim Neulackieren etwas Grau beigemischt. Einzelne Steine wurden im Nachgang wieder ockerfarben lackiert.
Fertig gebaut und lackiert, alle Zimmer beleuchtet
Im Resin Drucker entstanden zwei winzige Fackeln, die mit einer SK6812-1515 ein Feuerchen simulieren. Die vier Kabel in diesen Fackeln unterzubringen, war eine große Herausforderung.
Im Größenvergleich
Mit „echtem“ Rauch zum Leben erweckt
Doch im Vergleich zu den 15 Flutlichtstrahlern waren die Fackeln noch der leichteste Teil. Nachdem in mehreren Versuchen die Menge der benötigten Strahler feststand, wurden unter der Burg 15 Keramikkondensatoren platziert, die nicht mehr in den winzigen Strahler passten.
Flutlichtstrahler mit SK6812 Mini-E und vier Anschlusskabeln
Anfangs waren wir total begeistert vom Ergebnis. Doch sehr schnell wurde die Beleuchtung der Burgmauer zur Dauerbaustelle. Es gelang uns nie, ein schönes Warmweiß mit den RGB LEDs zu erzeugen. Entweder war es zu kalt oder zu rot. Wir entscheiden uns für kaltweiß und setzen auch im Innenhof auf kaltweiße LEDs. Das Ergebnis seht ihr im folgenden Bild. Die Gebäude sind grün und die Burgmauer changiert in den unterschiedlichsten Farben. Je nach Winkel und Entfernung der Strahler ist das gemischte Kaltweiß entweder grün oder rot. Bei einigen Strahlern sah man auf der Mauer sogar die einzelnen Farben der RGB LED.
Auf den ersten Blick ganz schön, doch nicht harmonisch
Da die Strahler auch eine schöne RGB Beleuchtung erzeugen konnten, schalteten wir die einfarbige Beleuchtung einfach nicht mehr ein und hakten es unter Erfahrung ab. Doch spätestens mit dem Bau der Kirche und ihren warmweißen Strahlern kam der Wunsch nach einer warmweiß beleuchteten Burgmauer zurück.
Versuch macht klug!
Also starteten wir vor zwei Wochen ein Experiment, bei dem wir nicht sicher waren, ob es überhaupt zum Erfolg führt. Wir bestellen uns einige SK6812 Mini-RGBWW LEDs. Hierbei handelt es sich um steuerbare RGB LED mit integrierter LED warmweiß. Die LEDs sind nur 3,7 x 3,5 x 1,9 mm groß und somit nur geringfügig größer als die verwendeten SK6812 Mini-E.
Um die neue LED wieder in einem Flutlichtstrahler einbauen zu können, musste das Gehäuse in Höhe und Breite um jeweils 0,6mm größer werden. Im direkten Vergleich zur alten Version sieht man das natürlich, doch es wirkt immer noch sehr realistisch.
Der warmweiß Chip sitzt oben quer
Nachdem ich die erste LED an einer Mini MLL angeschlossen hatte, war die Enttäuschung groß. Die vier Kanäle brachten die ganze Kette durcheinander und es gab softwareseitig keine Möglichkeit, die folgende WS2812 wieder mit Kanal 1 starten zu lassen. Weder der Befehl „NextLED“ noch eine Einzel-LED mit der zu überspringenden Farbe führten zum Ziel. Zudem ließ sich die warmweiße LED nicht mit dem folgenden Befehl schalten sondern nur mit dem übernächsten Kanal. Kompliziert das Ganze!
Doch das wollte ich so nicht akzeptieren, schließlich hatten die paar LEDs knapp 20€ gekostet. Also schloss ich drei dieser RGBWW LEDs hintereinander an und siehe da: Damit kommt die MobaLedLib zurecht, weil sie hier vier LEDs erkennt. Ob nun dreimal vier Kanäle oder viermal drei Kanäle angesprochen werden, ist letztendlich dasselbe. Wichtig war also nur, mit einem Vielfachen von drei zu arbeiten.
Also versuchte ich als nächstes herauszufinden, in welcher Reihenfolge ich die zwölf LED-Chips ansprechen muss, um zukünftig zwischen Warmweiß und dem Regenbogen wählen zu können. Gemeinsam mit Felix legte ich im Programm Generator zwölf einzelne LEDs mit eigenen Schaltern an. So konnten wir die Reihenfolge auslesen. Im Anschluss passten wir die Reihenfolge dann im Pattern Configurator an.
Ich sag mal so: Logisch geht anders
Die 15 Flutlichter wieder rauszureißen tat mir etwas weh, doch die Vorfreude war einfach zu groß. Wie in einem anderen Beitrag beschrieben, wurden wieder nur die ersten sechs LEDs in die Kette eingebunden. Die anderen neun LEDs sind als Klon angeschlossen. Mit den sechs Master-LEDs erfülle ich bereits ein Vielfaches von drei.
Das Anschlussmuster bleibt bestehen
Auch im Innenhof tauschte ich die fünf LEDs gegen warmweiße 2835er, sodass alles zusammen passt.
Endlich ein echtes Warmweiß
Fazit:
Die RGBWW lässt sich mit Einschränkungen prima mit der MobaLedLib kombinieren, allerdings nur, wenn man dafür ein angepasstes Pattern verwendet. Im belebten Haus wird das nicht so einfach funktionieren. Doch im Zimmer hinter der Gardine ist es nicht nötig, das Warmweiß separat zu erzeugen. Nur für direkt beleuchtete Objekte, bei denen keine Streuscheibe zum Einsatz kommen soll, lohnt sich dieser Aufwand.

